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Valenta-Aquaristik - FAQ

Welche gute Möglichkeiten gibt es, Teichbewohner gut über den Winter bringen, ohne dass sie ersticken oder im Eis einfrieren?

Es gibt insgesamt 6 Möglichkeiten, die eine Überwinterung der Teichbewohner einfach und praktisch ermöglichen.

Entgegen manchen Annahmen sterben die Fische nicht, indem Sie "zufällig" im Eis einfrieren oder die Eisschicht bis auf den Grund des Teiches kommt (vorausgesetzt der Teich ist mindestens 60 - 70 cm tief). Die häufigste Todesursache für das Fischsterben im Winter ist das Einatmen von Faulgasen durch die Fische, wenn Sie unter der Eisfläche nach Luft schnappen. Die Faulgase bilden sich in jedem noch so gepflegten Teich durch Fäulnisprozesse abgestorbener Pflanzenteile, Laub, Kot etc.. Die Gase steigen auch im Winter nach oben, wo sie sich unter der Eisdecke sammeln.

Wenn jetzt der Sauerstoffgehalt im Teich nicht ausreichend ist, kommen die Fische instinktiv nach oben und atmen die Faulgase ein. In der Folge werden die Tiere regelrecht betäubt, können nicht mehr abtauchen und frieren in der Eisschicht ein.

Wichtigste Maßnahme ist es also, den Sauerstoffgehalt im Teich zu verbessern bzw. Faulgase zu eliminieren bzw. entweichen zu lassen.

Die Möglichkeiten im Einzelnen:

1. Ein Eisfreihalter aus Styropor

Er besteht aus einem Styroporring, der mit Sand oder Kies gefüllt wird und einem Deckel. Die Sandfüllung soll bewirken, dass der Eisfreihalter bei Sturm nicht davonfliegen kann. Der komplette Eisfreihalter wird vor Wintereinbruch auf die Teichoberfläche gelegt.

Wichtig ist , dass durch den Deckel des Eisfreihalters dem Teich 1 bis 2 Eimer Wasser entnommen werden, sobald der Eisfreihalter in der geschlossenen Eisdecke eingefroren ist. Wenn dies nicht geschieht, hat der Eisfreihalter nur eine geringe Wirkung!

Begründung: Durch Fäulnisprozesse im Teich bilden sich Faulgase, die sich unter der Eisdecke sammeln. Nur ein kleiner Abstand zwischen Wasseroberfläche und Eisschicht kann ein Zuverlässiges Entweichen der Fausgase gewährleisten.

Nach unserer Erfahrung wird das Entnehmen des Wassers häufig vergessen, so dass die Wirkung des Eisfreihalters eher gering ist. Außerdem muss der Vorgang bei jedem neuen Einfrieren des Styropor-Eisfreihalters wiederholt werden.

2. Ein Styropor-Eisfreihalter mit einer integrierten kleinen Förderpumpe

Dieses System besteht aus einem kleinen Styropor-Schwimmer, an dem ein ca. 50 cm langer Schlauch angebracht ist. Am unteren Ende des Schlauches hängt eine kleine Pumpe mit 420 Litern Wasserleistung. Durch den Schlauch wird das Wasser aus den wärmeren Schichten des Teiches an den Styroporschwimmer gefördert. Durch die Zirkulation bleibt ein kleiner Teil der Wasseroberfläche eisfrei. Eine Garantie für eine eisfreie Stelle gibt es bis Minus 20°C von Oase unter dem Artikelnamen Oase IceFree 20 und ist zu beziehen unter
Oase IceFree 20
Dieses System ist gut geeignet für kleine Teiche mit mindestens 70 cm Wassertiefe.

3. Teichbelüfter

Die Teichbelüfter-Sets beinhalten eine Membranpumpe und einen Luftschlauch, an dessen Ende ein oder mehrere Sprudelsteine befestigt sind.
Die Sprudelsteine werden auf eine Tiefe von ca. 60 cm abgesenkt. Bei einer größeren Tiefe würden die Fische im Teich gestört werden, außerdem würde die Luftpumpe an Leistung verlieren. Das Absenken auf ca. 60 cm kann entweder duch ein Stück Styropor erfolgen, in das der Schlauch mit dem Sprudelstein eingeklemmt wird oder Sie legen den Sprudelstein einfach an eine Stelle des Teichbodens, der ca. 60 cm tief ist. Diese Methode ist besser als die Methoden zu 1. und 2., da hierbei sowohl Faulgase ausgetrieben werden als auch eine Stelle der Wasseroberfläche eisfrei gehalten wird. Achten Sie beim Kauf der Pumpe darauf, ob Sie die Möglichkeit haben, die Belüfterpumpe frostfrei in einem Gebäude (Keller, Garage oder Gartenhütte) geschützt aufzustellen. Die Teichbelüfter von Oase und Sera vertragen keine Temperaturen unter ca. Minus 10°C, der Teichbelüfter von Schego ist auch für den Außenbereich geeignet. Bei den erstgenannten Geräten sollte der Belüfter geschützt aufgestellt werden und der Luftschlauch, der ohne Probleme 10 bis 20 m lang sein darf, wird bis in den Teich gelegt.
Teichbelüfter und Oxydatoren finden Sie auch in unserem Shop

4. Söchting Oxydator W

Der Söchting Oxydator besteht aus einem Tongefäß und einem Einsatz, in den Wasserstoffperoxyd gefüllt wird. Der eingebaute Katalysator bewirkt, dass sich während der Frostperiode ausreichend Wasserstoffperoxyd in aktiven Sauerstoff umwandelt. Dieser aktive Sauerstoff sorgt für optimale Sauerstoffanreicherung und wandelt gleichzeitig Fäulnisprodukte in unschädlichere Substanzen um.

Durch diese 2 Prozesse bleiben die Teichbewohner auf dem Grund des Teiches und frieren nicht in der Eisdecke ein.

Besonders pfiffig: Sobald die Füllung mit dem Wasserstoffperoxyd verbraucht ist, füllt sich der Oxydator W ebenfalls mit Sauerstoff und steigt an die Wasseroberfläche. So wissen Sie immer, wenn er wieder gefüllt werden muss und Sie brauchen ihn nicht umständlich vom Grund des Teiches holen. Die Abspaltung von aktivem Sauerstoff reduziert übrigens auch die Algenbildung, so dass der Oxydator W auch ausgezeichnet im Sommer eingesetzt werden kann. Er arbeitet ohne Strom und umständliche Anschlüsse!

Ein Oxydator W reicht je nach Fischbesatz für ca. 4.000 bis 7.000 Liter Teichwasser. Bei großen Teichen sollten mehrere Geräte verwendet werden.

Nähere Informationen finden Sie unter:
Söchting Oxydator W für Teiche
Unser Favorit!

5. Teichheizer

Teichheizer von der Fa. Schego oder der Fa. Velda sind besonders robust, da die Hülle aus einem schlagfesten Titanrohr besteht. Der Heizer wird an dem mitgelieferten Schwimmer befestigt und auf die Teichoberfläche gelegt. Der Vorteil dieses Systemes besteht darin, dass immer ein Stück der Teichoberfläche eisfrei bleibt und Faulgase ebenfalls durch das Loch im Eis entweichen können. Außerdem wird das Teichwasser je nach Größe des Teiches um 1 bis 2 Grad erwärmt.

Diese Methode ist vor allem bei Koi-Liebhabern sehr beliebt, da das Wohlbefinden von Koi bei höheren Temperaturen auch im Winter gesteigert wird. Nachteilig ist jedoch der Stromverbrauch der Geräte, so dass wir dem Betrieb nur bei Steuerung durch einen Schego Frostwächter empfehlen. Die Frostwächter schalten den Heizer erst an, wenn die Temperaturen 0°C bzw. 7°C (je nach gewählter Ausführung) unterschritten haben.

Die Teichheizer und Frostwächter finden Sie unter Heizer u. Frostwächter

6. Bachlauf- oder Filter-(Pumpe) in Betrieb lassen

Bei dieser Methode wird einfach die vorhandene Pumpe in den Wintermonaten in Betrieb gelassen. Wichtig ist, das die Pumpe ständig in Betrieb bleibt, damit ein eventuell verbundener Filter durch stehendes/gefrierendes Wasser nicht platzen kann. Alle weiteren elektrischen Geräte müssen abgebaut werden, da sie Frost nicht unbedingt vertragen. Dies gilt insbesondere für UVC-Strahler und I-Tronic Fadenalgenvernichter.

Wenn Sie so die Pumpe zur Erzeugung einer Wasserbewegung nutzen, bleibt der Teich an dieser Stelle eisfrei. Besonders gut geht das, wenn Sie einen Bachlauf oder eine Quelle dazu nutzen. Achtung: Beobachten Sie in der kalten Zeit regelmäßig die ordnungsgemäße Funktion von Bachlauf oder Quelle. Aufgrund von "Verstopfungen" durch Laub oder eine dicke Eisschicht können sowohl eine Quelle als auch ein Bach schnell über die Ufer treten. Das hätte zur Folge, dass der gesamte Teich leer gepumpt wird. Sofern der Filter angeschlossen bleibt, wird ein gewisser Teil Schmutz "gefangen". Die biologische Klär-Wirkung der Filterbakterien ist bei einer Wassertemperatur unter 8° Celsius jedoch nicht mehr vorhanden, da sich Filterbakterien erst bei höheren Temperaturen gut entwickeln.

Wichtig: Die Pumpe darf während des Winters nicht an der tiefsten Stelle des Teiches liegen, sondern sollte ca. 30 bis 40 cm höher platziert werden, damit das warme Wasser am Teichboden nicht verwirbelt wird und die Fische in Ruhe überwintern können. Da die Pumpe nicht am Teichboden, aber mindestens 60 cm tief platziert sein soll, funktioniert diese Methode daher nur bei Teichen mit mindestens 100 cm Wassertiefe.

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